Die Brücke „Reno di Lei“ ist Teil der Erschliessung des Averserrheintals und wurde im Jahre 1957 im Auftrag der Kraftwerke Hinterrhein AG erstellt. Das Bauwerk liegt zwischen zwei steilen Felsflanken und wird an beiden Enden über die anschliessenden Tunnelbauten erschlossen. Das gesamte Brückentragwerk mit einer Länge von 110m gliederte sich in drei Abschnitte. Die äusseren beiden Abschnitte, in welchen der Fahrbahnträger mit den Stützen des Unterbaus monolithisch verbunden ist, war vom mittleren Abschnitt, welcher durch einen Bogen mit einer Spannweite von 54m überbrückt wird, durch Dilatationsfugen bei den Kämpferstützen getrennt. Die Fahrbahnübergänge bei den Kämpferstützen waren seit längerer Zeit undicht, was zu erheblichen Schäden und starker Versalzung an den Kämpferstützen und am Bogen führte. Im Weiteren zeigte sich, dass chloridhaltiges Wasser über die Belagsentwässerungsröhrchen an den Bogen gelangte, was insbesondere im Scheitelbereich auf der Westseite erhebliche Korrosionsschäden verursachte.
Aufgrund der Resultate der Zustandsuntersuchungen wurde erkennbar, dass sowohl zur Gewährleistung der Gebrauchstauglichkeit als auch zur Erfüllung der Anforderungen an die Tragsicherheit eine Instandsetzung der Brücke erforderlich war.
Neben den korrosionsbedingten Instandsetzungsmassnahmen, welche den Ersatz der Konsolen und Kordons erforderten wurde die Fahrbahnplatte durch einen Überbeton verstärkt. Der in drei Teile gegliederte Fahrbahnträger wurde bei den Fugen über den Kämpferstützen des Bogens monolithisch verbunden, womit ein weiteres Eindringen von Chlorid verseuchtem Wasser verhindert werden konnte. Die stark durch Chlorid verseuchten Kämpferstützen und Teile des Bogens wurden reprofiliert und die stark korrodierte Bewehrung wurde ersetzt. Zur Erhöhung der Tragsicherheit auf das normativ geforderte Niveau wurde der Fahrbahnträger ausserdem mit einer externen Vorspannung und Klebebewehrung verstärkt. In den Vorlandbereichen wurde durch die Vorspannung einerseits eine Vergrösserung des Biegewiderstandes erreicht und andererseits die Schubbeanspruchung in den Stegen des Fahrbahnträgers verringert. Die Stabilisierung des Gesamtsystems erfolgte neu über das Widerlager Rofla, welches so ausgebildet wurde, dass Horizontalkräfte direkt in den Fels abgetragen werden konnten. Die Systemänderung bewirkte, dass der Bogen durch die Fahrbahn versteift und seine Stabilität durch die horizontale Halterung beim Widerlager Rofla verbessert wurde.
Die in ästhetischer Hinsicht unbefriedigend gestalteten Instandsetzungsmassnahmen aus den früheren Jahren wurden Rückgängig gemacht und das originale Erscheinungsbild wurde wieder hergestellt.